Berichte und Meinungen von Mitgliedern und Gästen
Auf dieser Seite finden Sie Kommentare, Beiträge und Bilder unserer Mitglieder und Gäste zu unseren Veranstaltungen. Gern veröffentlichen wir auf dieser Seite auch Ihre Berichte oder Fotos. Diese bitte per Mail an ilonaschmidt@ptpe-berlin.de. Eine redaktionelle Bearbeitung behalten wir uns vor.
2025-12 Adventsfahrt nach Poznan (Posen)
Bei unserer diesjährigen Adventsreise wurden von den Teilnehmern auffällig viele Fotos geschossen und in die WhatsApp-Gruppe eingestellt. Das beweist, dass die drei Tage in Posen viele Eindrücke vermittelt und allen gefallen haben. 80 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges, in dem die Stadt von der Sowjetarmee stark zerstört worden war, präsentiert sich die Hauptstadt der Woiwodschaft Großpolen als westlich geprägte moderne Metropole. Neue Gebäudekomplexe und restaurierte historische Bauten ergänzen sich im Stadtbild, auch in Kontrasten. Natürlich besteht da und dort noch Renovierungsbedarf. Bemerkenswert aber das saubere Stadtzentrum mit nur wenigen Graffitis an Gebäuden, dazu ein gelungenes Nebeneinander der Verkehrsmitteltrassen für Auto, Straßenbahn, Fahrrad und Fußgänger, nur selten Ampelkreuzungen.
Unser Hotel Altus mit seinen 11 Stockwerken lag ideal im Stadtzentrum mit schönen Ausblicken in den oberen Stockwerken. Das reiche Frühstücksbuffet bot eine gute Grundlage für den weiteren Tagesablauf. Zu den beiden Weihnachtsmärkten in der Altstadt war es nicht weit. Sie glichen unseren Märkten und wiesen ein ähnliches Preisniveau auf wie bei uns, eigentlich erstaunlich, denn die Einkommen sind erheblich geringer. Eine polnische Spezialität dort ließen Alice und ich uns nicht entgehen: geräucherten Schafskäse vom Grill.
Eine weitere Spezialität (nur in Posen erhältlich) konnten wir uns nach der Stadtführung besorgen: Martins-Hörnchen mit Pistazien-Creme oder mit Marzipan und weißem Mohn gefüllt, Kalorien-Bomben, aber sehr lecker! Unsere junge Stadtführerin Camilla trug uns die Legende für die Martins-Hörnchen wie auch die Legende für die beiden Ziegenböcke vor. Die Ziegenböcke sind die Maskottchen der Stadt und treten überall in Erscheinung, so auch mittags um 12 Uhr am Turm des Rathauses am Alten Markt, wo sie sich mit musikalischer Begleitung gegeneinander stoßen.
Das prächtige historische Rathaus des italienischen Architekten Quadro ist eines der schönsten Renaissance-Bauwerke in Europa. Ein weiterer herausragender Gebäudekomplex in Posen ist die ehemalige Brauerei, nach der Eröffnung zum besten Einkaufzentrum der Welt gewählt. Dort war viel Laufkundschaft, aber kaum Kundschaft in den Geschäften zu sehen. Offensichtlich sitzt auch in Polen gegenwärtig das Geld nicht so locker, nicht einmal in der Vorweihnachtszeit.
Gut frequentiert waren dagegen stets die Restaurants und Cafés. An beiden Abenden waren für uns zum Glück Plätze in den urigen Restaurants Landküche und Ratskeller reserviert. In erster Linie gab es dort Speisen aus der regionalen Küche, die wir uns schmecken ließen.
Ein herzliches Dankeschön an Magrit, die die schöne Reise plante und organisierte, uns stets auf dem Laufenden hielt und vor Ort gut betreute!
2025-10 Vereinsfahrt nach Chemnitz vom 9.-11. Oktober
Was soll man schreiben bei so vielen Eindrücken, die kompakt in knapp drei Tagen auf uns einwirkten? Allein schon die störungsfreie Fahrt am Donnerstag mit acht Mitgliedern ließ uns froh gestimmt nach Chemnitz, während der DDR-Jahre Karl-Marx-Stadt, reisen. Kaum angekommen, begaben wir uns in Richtung Zentrum, um bis zur Stadtrundfahrt schon einmal einen ersten Blick von Chemnitz zu erheischen. Als erstes trafen wir auf den Roten Turm, ein Wahrzeichen der Stadt und ältestes Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert. Von dort ging es zur Stadtrundfahrt. Wir erfuhren manches von dem, was wir in den 3 Tagen intensiv erkunden sollten. Der erste Abend endete in der L'Osteria im Rosenhof, Gesättigt von leckeren Speisen, aber auch etwas übermüdet wegen des langen Tages, schliefen wir dem nächsten Tag, dem Freitag, entgegen.
Der hatte es in sich. Strammes Programm mit kleinen oder auch größeren Überraschungen. Bis zur Führung in der VILLA ESCHE am Kapellenberg in Chemnitz war noch etwas Zeit, und wir sahen uns den „Versteinerten Wald“ im Naturkundemuseum an. Eine Überraschung, die so nicht geplant war, denn aus dem kurzen Blick auf die versteinerten Bäume wurde ein Museumsbesuch mit „Eintritt“ in die Geschichte 290 Mill. Jahre zurück, einschließlich eines kleinen Films über die Entstehung dieser Fossilen und über andere Giganten aus dieser Zeit. Wahrlich eine interessante „Überraschung“. Anschließend fuhren wir mit der Straßenbahn (übrigens ein gut funktionierendes öffentliches Verkehrsmittel) zur Villa Esche. Schon von außen ein sehr einladendes Gebäude. Der gebuchten Führung durch die einzelnen Etagen und den dazugehörigen Geschichten lauschten wir konzentriert, und unserem Stadtführer konnten wir seine Begeisterung anmerken. Die Familie Esche hatte den belgischen Architekten und Jugendstilkünstler Henry van de Velde als, sagen wir mal, "Hausarchitekten" beauftragt. Er sollte diesem Anwesen „Glanz und Gloria“ verleihen, und es gelang ihm in der Tat, mit der Villa und ihrem Garten ein ganz besonderes Kleinod in die Chemnitzer Landschaft zu setzen. Auch der norwegische Maler Edvard Munch, hinterließ mit Porträts der Familie seine Spuren. Er lebte als Gast des Hauses 1905 in der Villa. Die exklusive Führung durch die Familien- und Villengeschichte hat uns sehr viel Spaß gemacht. Ilona bewies ein gutes Händchen, diese Führung zu buchen.
Nach diesem, doch schon sehr aktiven Vormittag, zogen wir weiter und landeten in den „Chemnitzer Kunstsammlungen“. Dort sahen wir uns die Sonderausstellung zu Edvard Munch an. Sehr beeindruckend, aber doch auch sehr schwermütig … . Nun ja - Edvard Munch, das war ja bekannt über ihn und seine Bilder! Nach dem Museum spazierten wir noch etwas durch die Altstadt, und natürlich besuchten wir auch Karl Marx, dessen 7,10 m hohe Bronzebüste nahe des Roten Turmes und der Festhalle (fast) jeden Besucher anlockt. Der zweite Abend endete in der „Ratsstube“ - wieder mit einem leckeren Abendessen und wieder fielen wir, den Tag resümierend, müde in unsere Hotelbetten.
Die letzte Station unserer Chemnitztage beendeten wir mit einem Besuch im Industriemuseum. Was uns da alles so begegnete, tolle kleine und große Dinge aus längst vergangenen Zeiten: Autos, Nähmaschinen, alte Telefone, Stoffe aus der Chemnitzer Textilindustrie und als Schmankerl der „Rote Turm“ in Form einer Fitflasche, dem Geschirrspülmittel aus der DDR, denn das wurde hier, in Chemnitz, erfunden.
Drei Tage mit neuen Eidrücken und Erkenntnissen und „Füllen von Wissenslücken“… . Vielen Dank Ilona, dir, die du engagiert diese interessanten Tage in dieser Stadt vorbereitet und organisiert hast.
2025-06-01 Gedanken zum meteorologischen Sommeranfang
Inspiriert zu diesem Artikel haben mich einige Statusbilder unseres Mitgliedes Wolfgang G. und der gestrige Besuch im Schloss Britz. Anlass war eine exklusive Führung durch die Sonderausstellung "Die ganze Zeit", welche heute zum Sommeranfang ihre Pforten schließt. Ich ließ es mir nicht nehmen, einige Zeit vor Führungsbeginn dort zu sein, um den wunderschönen Rosengarten neben dem Schloss zu bewundern. Leider war die Rosenblüte erst am Beginn und noch nicht in voller Pracht, dennoch war der Parkspaziergang Balsam für meine Seele, zumal das Wetter wahrlich sommerlich daher kam.
Der Frühling zeigte sich noch einmal von seiner besten Seite. Nun gut, heute ist es etwas regnerisch, aber die Natur braucht dringend den Regen, also bitte noch etwas mehr! Ein Regensonntag - Zeit zum Innehalten! In den ersten fünf Monaten konnten wir unseren Mitgliedern und Gästen eine Vielzahl interessanter Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themenkomplexen anbieten. Alle waren gut besucht. Den Anfang machte ein Besuch der Synagoge in der Oranienburger Straße, bei dem wir uns mit jüdischem Leben in Berlin gestern und heute auseinandersetzten. Den Frühling läuteten wir mit einem Blick hinter die Kulissen des ehemaligen Staatsratsgebäudes der untergegangenen DDR ein. Dann wurde es spannend: Ein Besuch beim BND (Bundesnachrichtendienst) verschaffte ein Gefühl für nachrichtendienstliche Tätigkeit und die teilweise gefährliche Arbeit von Kundschaftern und Spionen. Der eine oder andere bekam sogar Lust dort mitzuwirken, aber unsere Altersgruppe ist da wohl nicht mehr nachgefragt. Im April verschlug es uns in den Norden Berlins. Im Gitarrenmuseum "Cantomano", der einzigen privaten Gitarrensammlung Deutschlands, erlebten die Teilnehmer eine Führung der besonderen Art. Nicht nur, dass Stefan Schwenteck uns auf seinem Grundstück in Wilhelmsruh mit Kaffee und Kuchen empfing, er führte uns auf kurzweilige und sehr unterhaltsame Weise in die Welt der Gitarren ein und sparte auch nicht mit Kostproben. Gitarren aus 3 Jahrhunderten hat er auf Flohmärkten und über Ebay zusammengetragen und sie in den letzten 30 Jahren in liebevoller Kleinarbeit restauriert und spielbar gemacht.
Der Mai steckte dann noch einmal voller Überraschungen. Jede Woche eine interessante Veranstaltung, fast zu viel Angebot für unseren kleinen Verein. Dennoch konnten wir über die Teilnahmebereitschaft nicht klagen. Ein "Highlight" war die Besichtigung des Schlosses Bellevue, gerade noch zum rechten Zeitpunkt, denn demnächst wird das Schloss dicht gemacht und saniert. Der Bundespräsident muss dann für eine längere Zeit in ein Ausweichquartier umziehen. Eine exklusive Führung durch das KaDeWe, bei welcher nicht nur kaufmännische Tricks der Warenpräsentation, sondern auch viel über die Geschichte des wohl bekanntesten Kaufhauses Berlins zu erfahren war, setzte unseren Veranstaltungsmarathon fort. Ein besonderes Erlebnis war sicherlich der Besuch der Feinschmeckeretage. Leider war die mögliche Teilnehmerzahl auf 10 Personen begrenzt, so dass leider nicht alle Interessierten teilnehmen konnten. Gern organisieren wir bei ausreichendem Interesse einen weiteren Führungstermin. Immer wieder einen Besuch wert ist das Museum für Kommunikation in der Leipziger Straße. Uns führten Asterix und Obelisk dorthin, der Kleine und der Dicke. Aber eigentlich ging es um Albert Uderzo, den geistigen Vater dieser beiden Comic Helden. Und "last but not least" folgte gestern dann moderne Kunst im Schloss Britz. Zugegebener Maßen nicht jedermanns Sache, hat doch so manch einer Berührungsängste damit, denn sie erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Aber wenn man sich darauf einlässt und die richtigen Denkanstöße bekommt, ist die Beschäftigung mit ihr spannend und wirkt in Gedanken noch eine gewisse Zeit nach. So ging es jedenfalls mir. Aber mit meinen Gedanken möchte ich Euch jetzt wirklich nicht langweilen!
Inzwischen scheint die Sonne wieder. Zeit zum Aufbruch, um das angenehme Klima nach dem Regen zu genießen. Mein Kiezspaziergang wird mich heute zum Ehrenmal Schönholz führen, immer wieder ein schöner Weg durch das Landschaftsschutzgebiet hinter meinem Haus und die angrenzenden Wohngebiete. Aber kein Aufbruch ohne Ausblick! Auch die kommenden Monate halten noch viele Schmankerl für Euch bereit. Verwiesen sei nur auf die drei Veranstaltungen im Juni. Start ist ein Besuch des Ephraim Palais', wo eine Führung durch die Ausstellung "BerlinZeit" auf Euch wartet. Ein Halbtagesausflug führt uns dann ins Umland nach Velten, Keramik, Öfen und Hedwig Bollhagen sind hier die Stichwörter. Ein besonderes Erlebnis wartet dann noch zum Ende des Monats auf Euch - eine private Führung durch das Olympiastadion. Ich würde mich freuen, Euch bei einer dieser Veranstaltungen zu sehen. Gern könnt Ihr Euch über unsere Webseite dafür anmelden oder Details erfragen. Schaut einfach regelmäßig in unseren Eventkalender! Bis Bald!
Ilona S.
2024-12-01 Adventsfahrt nach Coburg
Stadtführung und Weihnachtsmarkt
Am 29.11. starteten 10 Mitglieder und zwei Gäste Richtung Coburg. Die DB machte ihrem schlechten Ruf alle Ehre. Der ICE kam mit Verspätung in Erfurt an, was uns eine zweistündige ungeplante Kaffeepause im Restaurant, Willy Brandt‘ bescherte. Nach zwei weiteren Zugfahrten und einer Busfahrt kamen wir mit großer Verspätung in Coburg an. Dagmar hatte den Gästeführer informiert, der uns dann freudig erwartete. Er brachte uns Coburg, die einstige Residenzstadt der Herzöge des ehemaligen Herzogtums Sachsen – Coburg und Gotha mit vielen Fakten und kleinen Geschichten unterhaltsam näher.
Das Herz der Stadt schlägt auf dem Marktplatz. Er ist ein städtebauliches Juwel. Im Norden steht das Stadthaus (1597) im Stil der Spätrenaissance mit reich geschmückten Giebeln und Coburger Erkern, gegenüber erhebt sich das Rathaus, auf dessen Giebel seit 1750 das ‚Bratwurstmännle‘ über die korrekte Länge der Coburger Bratwurst (31 cm im Rohzustand) wacht. Höhepunkt der östlichen Seite des Platzes ist das gotische Steinhaus, seit 1543 Apotheke. In der Mitte des Platzes thront seit 1865 das Denkmal von Prinz Albert von Sachsen – Coburg und Gotha. In der Vorweihnachtszeit befindet sich auf dem Marktplatz der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt. Wir wohnten am Freitag der Eröffnung des Weihnachtsmarktes durch das Christkind, einem Kinderchor und dem Oberbürgermeister bei.
Der Gästeführer ging mit uns zum Schlossplatz, wo zur Linken Schloss Ehrenburg mit seiner neugotischen Sandsteinfassade hervorsticht. Wir konnten auch die Stadtkirche St. Moriz besichtigen. In der ältesten Kirche Coburgs mit ihrem spätgotischen Hallenbau predigte 1530 Martin Luther mehrmals. Die Kirche hat keinen Altar. Im Ostchor ragt ein 13 m hohes Epitaph empor. Gegenüber befindet sich eine Barockorgel. Schräg gegenüber der Kirche steht das Gymnasium Casimirianum. Es wurde 1605 von Herzog Johann Casimir gegründet. Eine Statue des Schulgründers ziert das Gebäude.
Absolut sehenswert ist das Münzmeisterhaus aus dem Jahr 1444. Die Bauart des Holzgerüstes ist eine alemanische Konstruktion. Es ist der bedeutendste Fachwerkbau der Stadt.
Nach der langen Anreise und dem sehr interessanten Stadtrundgang freuten wir uns auf das Abendessen im ,Brauhaus Stadl‘. Viele probierten die typischen Coburger Rutscher (Kartoffelklöße).
Auf der Veste Coburg
Schwerpunkt unseres Tagesprogramms am Samstag, dem 30. November, war der Besuch der Veste Coburg, exponiert wie eine Krone auf einem Berg über der Stadt gelegen. In 2 Fuhren à 6 Personen brachte uns ein Taxi rasch zum Parkplatz unterhalb der Festung. Ein kurzer Anstieg zur Eingangsbrücke, wo uns unser Touristenführer im Martin-Luther-Kostüm in Empfang nahm. Im Kassenvorraum der Festungsanlage hatten wir Mäntel, Jacken, Rucksäcke und größere Taschen abzugeben und in einer Kiste gemeinsam abzuschließen. Da allerdings die Anfang des 20. Jahrhunderts in der Anlage eingebaute Dampfzentralheizung in den hohen Räumen angesichts der draußen herrschenden Temperatur um null Grad nur eingeschränkt wirkte, war es für etliche von uns empfindlich kühl. Aber die Abgabe der Utensilien diente auch als Vorkehrung gegen Anschläge der Klimakleber. Ich war von dieser Vorkehrung auch betroffen, als ich während der Führung meinen Kugelschreiber einstecken musste, mit dem ich einige Notizen aufgezeichnet hatte. Ich hätte ja z.B. die wertvollen Seidentapeten mit dem Stift beschädigen können!
Unser Guide gestaltete weite Teile der Führung in der Rolle von Martin Luther, geschmückt mit vielen Schmankerln und Anekdoten. Luther weilte nämlich im Jahr 1530 172 Tage auf der Festung, sozusagen im Exil, weil er dem Kirchenbann und der Reichsacht unterlag, so dass er nicht am Reichstag in Augsburg teilnehmen konnte. So ergab sich ein launiger Rundgang durch die riesige Festungsanlage, die nach der Gründung im 13. Jahrhundert vielfach erweitert und umgestaltet wurde, bis 1917 kurz vor dem Ende des 1. Weltkrieges das Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha unterging und die Stadt quasi als europäische Metropole zum Provinzstädtchen abstieg.
Der uns vermittelte Überblick über die wichtigsten Persönlichkeiten des Herrscherhauses war verwirrend. Immer wieder tauchten beim Rundgang durch die zahlreichen Räume die Namen diverser Familienmitglieder auf. Wir bewunderten unseren Führer, der bei seinen Erklärungen alles präsent hatte und die geschichtliche Entwicklung des Herrscherhauses gut wiedergeben konnte.
Auf unseren Wunsch hin hatte er dem Rundgang den Besuch der umfangreichen und sehr interessanten Glassammlung, insbesondere von venezianischem Glas, vorangestellt. Dagegen mussten wir aus zeitlichen Gründen auf die Ausstellung von Werken von Lucas Cranach und die Waffensammlung verzichten.
2024-09-20 Havelberg – ein lohnendes Ausflugsziel
Wer hätte das gedacht? Schon Mitte des 10. Jahrhunderts wurde die Stadt Havelberg gegründet, als Kaiser Otto I. dort ein Bistum einsetzte. Das führte hernach zur Errichtung des imposanten Domes mit der am besten erhaltenen gotischen Klosteranlage in Deutschland auf dem 22 m hohen Bergzug oberhalb der Havel. Unten am Fluss entwickelte sich die Stadt, vom Domberg getrennt durch einen Stadtgraben, so dass für sie dort eine Insellage entstand. Dombezirk und Stadtinsel führten ein getrenntes Leben. Die Insel gehörte ursprünglich zur Prignitz und damit zu Brandenburg, der Dombezirk zum Erzbistum Magdeburg und somit zu Sachsen-Anhalt. Erst zu DDR-Zeiten wurden sie im Jahr 1958 vereint und sind seither gemeinsam sachsen-anhaltinisch.
Erste Überraschung auf der Besichtigungstour war der reizvoll gestaltete italienische Garten hinter dem Domherrnhaus 8 mit einheimischen Blumen, Quittenbäumen und exotischen Gewächsen wie z.B. einem Kiwi-Strauch und mit einem kleinen Hochzeitspavillon. Im Domherrnhaus gab es ein kleines Café und hinter dem Garten befand sich noch ein Eselgehege. Die zweite Überraschung war ein leider nicht mehr funktionierender Motivkartenautomat – ein Relikt von der Bundesgartenschau 2015 - in der Bronzefigur von Zar Peter I., die vor dem Dom zusammen mit einer Bronzefigur von König Friedrich Wilhelm I. auf den Zar-Besuch mit dem Gastgebergeschenk des Bernsteinzimmers hinwies.
Wie viele andere Städte musste auch Havelberg Schicksalsschläge hinnehmen. Im 30jährigen Krieg wurde es komplett zerstört, und 1870 vernichtete ein Brand den nördlichen Teil der Stadtinsel. Da die Stadt über keine Feuerwehr verfügte, mussten 149 Feuerwehrleute per Bahn aus Berlin kommen, um dem Feuer Herr zu werden. Daher ist die Stadtinsel seither architektonisch zweigeteilt: im Süden frühe Neuzeit, im Norden klassizistisch.
Weil die Stadt keine Industrie beherbergt und auch ihren Status als Kreisstadt verloren hat – es gibt auch kein Krankenhaus mehr -, setzt sie jetzt auf den Tourismus. Auf der Stadtinsel gibt es nur rd. 600 Einwohner mit ständigem Wohnsitz, dafür 30 Pensionen, 2 Hotels und viele Ferienwohnungen. Immerhin existieren hier noch ein paar Geschäfte – speziell der Gemischtwarenladen Fritz Kühn hat es einigen aus der Gruppe angetan – mehrere gastronomische Betriebe und verschiedene Dienstleistungseinrichtungen.
Nicht nur im Dom, sondern auch in der St. Laurentius-Kirche auf der Stadtinsel kamen wir zufällig in den Genuss eines kleinen Orgelkonzertes. Anschließend verköstigten wir uns zum Mittagessen auf dem historischen Restaurantschiff „Hoffnung“ und danach im Altstadt-Café mit Kaffee, Kuchen und Eiz (tatsächlich dort so geschrieben). Damit waren wir gestärkt für die stressige Rückfahrt mit Busverspätung und 1-2maligem Verpassen des Zuganschlusses. Gleichwohl war es ein sehr schöner Ausflug.
2024-09-12 Schloss Charlottenhof – ein Kleinod im Park Sanssouci
Ein jeder hat bestimmt schon etliche Schlösser besichtigt. Aber das kleine Schloss Charlottenhof sticht schon heraus. Umgeben von einer reizvollen Gartenanlage mit verschiedenen architektonischen Gestaltungselementen und vielen bunten Blumen kann man es zweifellos als Kleinod bezeichnen. Ursprünglich war das zweigeschossige Anwesen das Wohnhaus eines Architekten. Der Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. bekam es zu Weihnachten 1825 von seinem Vater Friedrich Wilhelm III. geschenkt. Er entwickelte seine Ideen zur Umgestaltung als kleines Schloss, setzte seine Pläne unter Beteiligung des Hofarchitekten Schinkel um. Zusammen mit der hübschen Gartenanlage diente es dem Kronprinzen- und späteren Königspaar Friedrich Wilhelm IV. und Elisabeth als Sommerresidenz und vor allem dem Empfang von Gästen, speziell zum Teetrinken, wie wir erfuhren.
Die einstündige Führung in Filzpantoffeln zur Schonung des historischen Dielenbodens vermittelte uns unzählige detaillierte Informationen über das Gebäude und seine Ausstattung, ging auch vielfach auf die Familiengeschichte des preußischen Königshauses ein. Besonders bemerkenswert war die Tatsache, dass die Ausstattung aller Räume weitgehend im Original erhalten geblieben ist, vieles natürlich restauriert. Denn die Russen als Siegermacht des 2. Weltkrieges hatten nichts konfisziert und mitgenommen.
Friedrich Wilhelm IV. mit dem kuriosen Spitznamen „Butt“ (= Plattfisch) war Italien-Fan und brachte von seinen beiden Reisen dorthin viele Souvenirs mit. Seine Frau Elisabeth stammte aus Bayern, so dass auch von dort Elemente in die Ausstattung des Schlosses einflossen.
Bayerisch geprägt war auch die an die Besichtigung anschließende Einkehr im Augustiner am Bürgerbahnhof jenseits des mit einem prächtigen Tor gestalteten Parkausganges.
2024-09-05 Tagesfahrt an die Ostsee
Mit BVB Touristik ging es am 05.09.2024 für 6 Mitglieder und einen Gast an die Ostsee. Nach unserer Ankunft in Warnemünde, das jetzt zu Rostock gehört, war Zeit für einen Bummel durch das lebhafte Ostseebad. Das Hotel ,Neptun‘, der Teepott und der Leuchtturm, die Alexandrinenstraße mit den alten, schön sanierten Häusern und die 546 m lange Westmole gehören zu den Sehenswürdigkeiten. Danach brachen wir mit der MS ,Baltica‘ zu einer gemütlichen Schifffahrt entlang der Küste auf. An Bord ließen wir uns ein Matjesessen schmecken. Ziel unserer Bootstour war Kühlungsborn. Auch dort hatten wir Zeit zum Flanieren und um ein Eis zu genießen. Das Wetter meinte es gut mit uns; Sonnenschein und warme Temperaturen.
Anschließend fuhren wir mit der Schmalspurbahn ,Molli‘, die mit Dampf und Gebimmel durch die schöne Mecklenburger Küstenlandschaft zuckelte, in die Münsterstadt Bad Doberan. Hier erwartete uns bereits der Reisebus für die Rückfahrt nach Berlin. Es war ein angenehmer Tagesausflug in netter Gesellschaft.
Karin L.
2024-07-11 Magdeburg – ein lohnenswertes Ausflugsziel
Wer noch nie in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts war, mag überrascht sein von der Vielzahl der Sehenswürdigkeiten. Ein Kennzeichen Magdeburgs ist das Nebeneinander von Alt und Neu in der Architektur. Nach der verheerenden Bombardierung der Innenstadt am 16.01.1945 blieb von der zuvor prägenden barocken Bausubstanz nicht mehr viel übrig. Aber dieser Rest wurde erhalten und restauriert. Der imposante Dom – der älteste gotische Dom und überhaupt der zweitgrößte in Deutschland – blieb von den britischen Bombern zum Glück verschont, weil er den Piloten zur Orientierung diente.
Seit 1990 wurde manche DDR-Architektur beseitigt und durch Modernes ersetzt wie z. B. der auffällige hellblaue Komplex der Norddeutschen Landesbank am Domplatz, übrigens direkt hinter dem Hundertwasserhaus „Grüne Zitadelle“ gelegen. Dieses ist das letzte von dem weltberühmten Künstler konzipierte Bauwerk, seit 2005 auch ein illustres Wahrzeichen der Stadt. Es ist eine reizvolle bunte Komposition von Wohnungen, Läden, Gastronomie und Dienstleistungseinrichtungen.
Nicht mehr die Kirchen prägen heute die Innenstadt – es waren dereinst mal 13, heute noch 5 – sondern die zahllosen Skulpturen und Plastiken. Auch Museen gibt es reichlich. Magdeburg setzt folglich jetzt auf Kunst und Kultur. Eher nebenbei erwähnte die Stadtführerin Jutta Grassel prominente Bürger: den Komponisten Georg Philipp Telemann oder Otto von Guericke, der den Versuch mit den nicht zu trennenden entlüfteten Halbkugeln durchgeführt hat. Telemann gewidmet wurde das zur Konzerthalle umgestaltete Kirchenschiff im ehemaligen Prämonstratenserkloster Unser Lieben Frauen. Der Kreuzgang des Klosters ist der beste aus der romanischen Epoche erhaltene in Deutschland, zweifellos auch eine herausragende Sehenswürdigkeit.
Magdeburg – eine Stadt mit besonderem Schicksal: Schon im Jahr 805 gegründet, in der Folge Sitz eines Erzbischofs, von der Reformation total erfasst, im 30jährigen Krieg beinahe völlig ausgelöscht, danach heimliche Hauptstadt Preußens als Bastion mit überwiegend militärischer Bevölkerung, im 2. Weltkrieg im Kern sehr stark zerstört, Wiederaufbau zu DDR-Zeiten, Umgestaltung nach der Wende mit dem Schwerpunkt Kunst und Kultur. Insgesamt ein lohnendes Ausflugsziel ca. 2 Stunden von Berlin entfernt!
28. Juni bis 03. Juli 2024 - Besuch aus Neuseeland
Vom 28.6. -3.7. hatten wir einen Gast aus Neuseeland. Raewyn war vor 10 Jahren schon einmal mit einer Gruppe Neuseeländer in Berlin. Sie hatte konkrete Vorstellungen, was sie jetzt besuchen wollte.
Am ersten Abend bummelten wir entlang der Eastside – Galerie. Am Sonnabend war es drückend heiß (31°), so bevorzugten wir es, das Jüdische Museum zu besuchen (vollklimatisiert). Die neue Dauerausstellung, mit dem Thema: ‘Jüdische Geschichte und Gegenwart in Deutschland‘ auf einer Fläche von mehr als 3500 m² war sehr beeindruckend. Abends kehrten wir im ‚Gaffel‘ ein.
Am Sonntag fuhren wir zum Wannsee. Zuerst besuchten wir das Haus der Wannsee – Konferenz. Hier waren im Januar 1942 15 hochrangige Vertreter des NS – Regimes zu einer ,Besprechung mit anschließendem Frühstück‘ eingeladen. Bei der Besprechung ging es um die ,Endlösung der Jugendfrage‘. Wie makaber ist das denn? Danach besichtigten wir die Liebermann – Villa. Jenseits des turbulenten Großstadtlebens sehnte sich Liebermann nach Idylle. Hier fand er sie. Zahlreiche Gemälde entstanden hier. Auch wir genossen den ungehinderten Blick zum Wannsee. Nach seinem Tod 1935 wurde seine Witwe 1940 gezwungen, das Haus unter Wert an die Reichspost zu verkaufen.
Den Tag ließen wir mit einer Bootstour durch die Innenstadt ausklingen. Den letzten Tag bummelten wir ‚Unter den Linden‘ entlang. Raewyn war sehr beeindruckt von den alten ehrwürdigen Gebäuden. (Humboldt- Universität, Staatsbibliothek, Historisches Museum, Juristische Fakultät, Neue Wache, Staatsoper usw.) Damit kann NZ nicht aufwarten.
Karin L.
Am 01. Juli habe ich mich mit Raewyn getroffen, gemeinsam mit Claudia, der Freundin, die (vor 10 Jahren!) mit mir in Neuseeland war. Wir haben zunächst das Panorama THE WALL am Checkpoint Charly besucht. Raewyn ist ja mit Berlins Geschichte vertraut, aber diese plastische Darstellung hat sie fasziniert und ihre aus Büchern und bildlichen Darstellungen gewonnenen Eindrücke wesentlich vertieft und erweitert. Zur Stärkung sind wir in der TAZ-Kantine in der Friedrichstraße eingekehrt und haben anschließend noch das DDR - Museum angeschaut, das ebenfalls einen nachhaltigen Eindruck bei Raewyn hinterlassen hat. Ich selbst war überrascht, wie informativ und anschaulich es nach der Neugestaltung geworden ist - kein Vergleich mit meinem ersten Besuch vor einigen Jahren.
Da es noch viele Dinge zu sehen gibt, die Raewyn interessieren, wird sie mindestens noch einmal nach Berlin kommen müssen - dann hoffentlich ohne ein gezerrtes und schmerzendes Fußgelenk, das ihrem Tatendrang kein Limit mehr setzt.
21. März 2024 - Caspar David Friedrich in der Kunsthalle Hamburg
Diese Veranstaltung bedurfte schon einer umfänglichen Vorbereitung. Bereits im Dezember letzten Jahres hatte ich die Führung gebucht! Bereits Anfang Februar war diese Ausstellung in Hamburg ausgebucht. Aber wir hatten aufgrund der angemeldeten Führung Garantietickets. Geplant war mit dem ICE der DB nach Hamburg zu fahren. Anfang März kam der nächste Aufreger: Herr Weselsky brach die Tarifhandlungen ab und kündigte Streikmaßnahmen an. Sehr heikel für unser Vorhaben! Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Kurzerhand entschlossen wir uns, mit Flixtrain anzureisen und stornierten die Bahntickets. Nun müsste alles klappen! Dachten wir. Zwar streikten die Lokführer der Bahn nicht, dafür aber die Busfahrer in Hamburg. Nun, das störte uns wenig, denn von Bergedorf nach Hauptbahnhof fuhr eine S-Bahn, und in Hamburg nutzten wir die U-Bahn. Trotzdem sollte es auf der Hinfahrt noch Schwierigkeiten geben: In Wittenberge hieß es plötzlich, unbefugte Personen auf den Gleisen. Alle Züge standen still, die Bundespolizei musste anrücken. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir dann in Bergedorf an, immer noch rechtzeitig, um pünktlich in der Kunsthalle zu sein. Die Ausstellung war erwartungsgemäß sehr gut besucht, aber durch das Kopfhörerset konnten wir den Ausführungen während der Führung gut folgen. Die Erläuterungen zu den Hauptwerken Friedrichs wie "Der Mönch am Meer", "Wanderer im Nebelfeld", "Der Watzmann" u.v.m. waren sehr interessant und aufschlussreich und weiteten den Blick auf das Œuvre des Malers. Seine Bilder waren eben nicht einfach Landschaftsbilder, sondern ein Spiegel der politischen Verhältnisse seiner Zeit. So hatte ich Friedrichs Bilder bisher nicht betrachtet.
Nach der äußerst interessanten Führung folgten wir Christiane zu Fuß und mit der U-Bahn zum "Feuerschiff", einem Hotel- und Restaurantschiff im Hamburger City Hafen. Das war wirklich etwas Besonderes. Das Schiff - Baujahr 1952 - hatte während seiner Nutzungszeit 8 Mann Besatzung, die alle 2 Wochen gewechselt wurde. Die Schiffsheizung und die Warmwasserbereitung war von der Mannschaft mit Kohle zu bewerkstelligen. Zu diesem Zweck wurde in zwei Kohlebunkern die sehr heizintensive Anthrazitkohle gelagert. In der Küche befanden sich ein Propangasherd und ein kleiner, kohlebeheizter Ofen mit Boiler für die Warmwasserversorgung. Alles in Allem recht spartanische Bedingungen für die diensthabende Mannschaft. Es diente als Seezeichen für die Schifffahrt vor der Englischen Küste und war bis 1989 in Betrieb. Dann wurde es durch eine Großtonne ersetzt. Inzwischen ist es zum Hotel- und Restaurantschiff umgebaut, verfügt über 8 Hotelkojen und mehrere Restaurants und ist ein Highlight im Hamburger City Hafen.
Für uns waren im Turmzimmer Plätze reserviert und wir ließen es uns seemännisch gut gehen. Ich habe mich an Labskaus herangewagt - eine interessante Erfahrung. Schmeckte nicht schlecht, wird aber nicht mein Lieblingsessen! Danke Christiane für diese großartige Restaurant-Auswahl! Neben dem außergewöhnlichen Ambiente ist auch das super Service an Bord hervorzuheben. So verging unsere Zeit wie im Fluge und wir mussten uns bereits wieder auf den Rückweg nach Bergedorf begeben.
Zuvor kehrten wir allerdings noch auf Kaffee und Kuchen in der Thalia Buchhandlung nahe des Hauptbahnhofes ein, ebenfalls eine spezielle aber empfehlenswerte Lokalität. Auf dem Weg zur S-Bahn verloren wir uns dann sogar noch aus den Augen. Die Wege im Hamburger Hauptbahnhof sind sehr verschlungen und überall gibt es Absperrungen wegen Bauaurbeiten! Aber in Bergedorf kamen alle pünktlich an und bestiegen den Rückzug nach Berlin. Ein sehr schöner aber auch anstrengender Tag neigte sich dem Ende.
Ilona S.
08. Februar 2024 - Edvard Munch im Museum Barberini in Potsdam
Edvard Munch war ein bedeutender norwegischer Maler und Grafiker. Er gehört derzeit zu den fünf höchstdotierten Malern. Seine Werke erzielen sechsstellige Werte, wenn sie denn überhaupt zum Verkauf stehen. Erstmalig werden im Barberini in Potsdam seine Landschaftsbilder in den Mittelpunkt einer Ausstellung. Seine Bilder sind teils verstörend, aber auch lebensbejahend und voller Symbolik. Der Verein hatte eine Führung durch diese Ausstellung gebucht, und unser Guide verstand es hervorragend uns die Seele der Munch-Bilder näher zu bringen. Ohne ihn wären es einfach Bilder geblieben, so erwachten sie für uns zum Leben. Sie stellen den Menschen und seine wesentlichen emotionalen Erfahrungen dar. Dies zieht sich auch durch seine Landschaftsbilder. Munch malte nicht, was er sah, sondern was er fühlte: Liebe, Angst, Verzweiflung bis Trauer und Tod. Zu Lebzeiten (1863-1944) wurde er geliebt und gehasst.
Er wuchs in Oslo in einfachen Verhältnissen auf. Seine Mutter starb an Schwindsucht, später auch seine geliebte ältere Schwester. Dies prägte sein ganzes Leben. Seine große Liebe verließ ihn, er blieb unverheiratet. Er verehrte Nietzsche und Schopenhauer. Seine Persönlichkeit war emotional sehr instabil. Zwischen 1889 und 1909 wechselte sein Lebensmittelpunkt zwischen Frankreich und Deutschland, ab 1909 lebte er in Norwegen. Ab der 1890er Jahre wurden seine Werke auf Ausstellungen gezeigt, was nicht selten einen Skandal auslöste. Die Ausstellung im Berliner Kunstverein 1892 wurde bereits nach 7 Tagen geschlossen, weil die älteren Maler seine Bilder als anarchistische Provokation empfanden, wodurch sein Name allerdings bekannt wurde und sein Aufstieg zu einem der bedeutendsten Maler des 20. Jh. begann. Erwähnt seien noch seine „Badenden Männer“ am Strand, wo er der vitalen Männlichkeit huldigte, was für die damalige Zeit ein Novum war, denn männliche Nacktheit darzustellen galt als obszön. Mit zu seinen bedeutendsten Werken zählt die Ausmalung der Aula der Osloer Universität. Er starb 1944 in Ekely bei Oslo. Seinen umfangreichen Nachlass vermachte er der Stadt Oslo. Diese baute ihm sogar ein Museum, welches seinen Nachlass verwaltet. 1963 eröffnet, erhielt es 2021 einen spektakulären Neubau nahe der Oper in Oslo.
Für uns war der Nachmittag nach der Führung noch nicht zu Ende, wir ließen ihn in der L'Osteria Potsdam an der Havel bei Riesenpizza und Pasta ausklingen.
Ilona S.

































































































































